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Infekte

Infekte und Immundefekte

Was sind Infekte?

Von einer Infektion wird dann gesprochen, wenn Viren, Bakterien oder Pilze in einen Organismus eindringen und sich vermehren. Je nach Erreger und Gegenreaktion des Körpers kommt es zu unterschiedlichen Krankheitssymptomen. Wie der Verlauf der Erkrankung verläuft, hängt von der Art des Eindringlings und der gesundheitlichen Gesamtsituation des Infizierten ab. Im besten Fall ist mit Schnupfen zu rechnen, aber auch schwere Allgemeininfektionen können die Folge sein.

 Im Kleinkindalter treten Infektionen häufig auf. Das Immunsystem „trainiert“ gewissermaßen und setzt sich immer wieder mit neuen Keimen auseinander. In den meisten Fällen sind Viren dafür verantwortlich – und nur selten erkranken Kinder wirklich schwer.

„Herr Doktor, unser zwei Jahre altes Kind ist ständig krank. Das ist doch nicht mehr normal!“ 

Diese Aussage hören wir Kinderärzte regelmäßig in unseren Videosprechstunden. Aber was bedeutet eigentlich „ständig“?

Acht bis 12 Infektionen pro Jahr sind vor allem bei Kindern im Kita-Alter nicht ungewöhnlich. Die Häufigkeit nimmt bis zum Schuleintritt – auch für die Eltern deutlich spürbar – ab.

 Meist geht es um Infektionen der Atemwege, Mittelohrentzündungen, Magen-Darm-Infekte, Mandelentzündungen und Entzündungen im HNO-Bereich. Der Verlauf der Erkrankungen ist in der Regel leicht bis moderat: Die Beschwerden beginnen von einem Tag auf den anderen und sind nach einigen Tagen wieder weg.

 In den meisten Fällen reicht eine symptomatische Therapie wie Fiebersenkung und die Behandlung mit Nasentropfen. Eine erweiterte Therapie erfolgt dann, wenn Ihr Kinderarzt aufgrund des Verlaufs von einer Superinfektion ausgehen muss. Diese wird dann mit einem Antibiotikum behandelt.

Mehr als 12 Infektionen pro Jahr über das Kleinkindalter hinaus lassen den Kinderarzt zumindest hellhörig werden. Auch wenn die Krankheitsverläufe dann eher schwer sind und häufige antibiotische Therapien erfolgen müssen sowie beim Auftreten von Infektionen mit demselben Erreger kann ein Immundefekt zugrunde liegen. 

Weitere Auffälligkeiten sind:

 – mindestens zwei Lungenentzündungen/Jahr

– 8 Ohr-Infektionen/Jahr

– schwere Knochenmarks- oder Hirnhautentzündungen

– ständiger Mundbelag

– häufige Haut oder Organabszesse

– Entwicklungs- und Wachstumsstörungen

– bekannte Immundefekte im engeren Familienumfeld

„Können Sie nicht mal eine Blutentnahme machen?“

 Natürlich lassen sich aus dem Blut viele Informationen über den Zustand des Immunsystems sammeln.

 Aber…

Gerade im Kindesalter ist die Blutentnahme sicherlich keine Methode, die schnell und unkompliziert angewendet wird. Blutentnahmen sind invasiv-  und unter Umständen mit Schmerzen verbunden. Zudem gelingen sie nicht immer, weil sich das Kind aus Angst wehrt oder der Arzt die Venen leider verfehlt. Die Gefahr eines traumatischen Ereignisses, das auch das Vertrauensverhältnis zwischen dem Kinderarzt und Ihrem Kind nachhaltig verletzen kann, ist nicht gering. Daher sollte eine solche Maßnahme auch nur dann gezielt eingesetzt werden, wenn ein konkreter Verdacht besteht.

Vermutet Ihr Kinderarzt jedoch aufgrund der Krankheitsgeschichte einen Immundefekt, ist die Blutentnahme indiziert. Wenn dadurch die Zweifel nicht beseitigt werden können, erfolgt in der Regel die Überweisung an Spezialzentren, die häufig an den Kinderkliniken, bzw. Universitäts-Kinderkliniken angesiedelt sind.

 

„Wie können wir die Abwehrkräfte unseres Kindes stärken? Welche Vitaminpräparate empfehlen Sie?“

 

So oder so ähnlich lautet eine oft gestellte Frage, die uns in der telemedizinischen Sprechstunde erreicht.

Die Antwort erscheint zwar trivial, ist aber tatsächlich entscheidend: Gesund leben mit einer ausgewogenen Ernährung, einer rauchfreien Umgebung und viel Bewegung – dies alles gilt natürlich auch für die Eltern. 

Nahrungsergänzungspräparate oder Vitaminpillen ohne klare Indikationen sind eher kritisch zu beurteilen – ja, sie können sogar gefährlich sein. Leider hat sich in einigen Ländern eine inzwischen sehr umsatzstarke Industrie um die Vitaminpillen etablieren können. In Australien oder den USA gehören solche Präparate inzwischen zum Alltag.

Inzwischen ist auch in Deutschland ein breites Angebot an Nahrungsergänzungspräparaten erhältlich. Die unkontrollierte Einnahme kann jedoch auch zu Komplikationen führen. Darüber hinaus gibt es für viele Wirkstoffe keinen Nachweis einer Wirksamkeit (Evidenz), weshalb wir als Kinderärzte von der Einnahme abraten.

Ausgenommen hiervon sind natürlich die Empfehlungen für Vitamin D innerhalb der Rachitisprophylaxe in den ersten zwei Lebensjahren sowie die Vitaminzufuhr bei bestimmten (und bestätigten) Mangelerkrankungen.

Aber tatsächlich gibt es auf die Frage, was man tun kann, auch eine klare Antwort: Impfen!

Es gibt Erkrankungen, die unsere Kinder nicht durchmachen müssen. Das Risiko von schweren Erkrankungen oder Folgeerkrankungen ist einfach zu hoch. Das beste Beispiel dafür ist die Maserninfektion. Mehr dazu finden Sie im Bereich „Impfen“.

Machen Sie sich Sorgen, weil Ihr Kind so häufig krank ist?  Haben Sie Fragen zu Infekten oder Impfungen?

Wir Kinderärzte von kinderarztNOW helfen Ihnen gerne weiter und beantworten Ihre Fragen!

Aktualisierung 1.04.2020

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